Der Sprache das Befragen der Dinge ablesen und manchmal der Schöpfung ihrer Worte unmittelbar beiwohnen können...1798 erstmalig in einem französischen Wörterbuch Einzug haltend, verdeutlicht der Begriff vasistas das eigenartige Offenhalten der Situation menschlichen Wunderns über das Phänomen Welt. Französische maîtres de maisons, von verblüfften deutschen Besuchern nach in deren Landen architektonisch (noch) unbekannten Oberlichtern befragt, nahmen deren "Was ist das?" dermaßen ernst, dass sie ihm vielleicht mit einem Augenzwickern - als wesensmäßiger Ausdruck einer offensichtlichen Unwissenheit ihrer Gäste - einen dauerhaften Stammplatz in ihrer Sprache einrichteten.
Ich werde dieses Wort bei meinen nächsten vacances à Paris, vielleicht auch nur zur Verwirrung meiner französischen Mitmenschen, in jedem Gespräch mindestens einmal benutzen, habe ich mir fest vorgenommen.
27. September 2010
25. September 2010
Welcome to the rainy roads of Zombieland!
Mich wundert heute gar nichts mehr...Ich wäre kein bißchen erstaunt darüber, wenn sich die ganzen Wesen vor mir in der Supermarktschlange plötzlich dazu entschlössen, ihre menschlichen Körperhüllen endlich abzuwerfen, um die sie steuernden Mini-Aliens darunter preiszugeben. Todesmutig habe ich mich zwischen diesen Androiden dennoch bis zur Kasse vorgearbeitet und nenne nun drei Tüten Haribo Heldenbeute mein Eigen. Bestaunt von den Bundesligazombies, den auf Holzbänken im Regen stoisch sitzenden, und gleichermaßen gefürchtet, habe ich mich, mein zum Triumph angestimmtes chanson de geste im Mundwinkel lässig lallend, erneut auf meinen Berg zurückgezogen.
24. September 2010
Kein Weg. Nirgends.
Das haben viele Entscheidungen so an sich, das sie oft schwerlich widerrufen lassen...Einmal aufgebrochen, auf einem Weg wandelnd, der aus der Ferne so vielversprechend sich ausnahm, versackte die Dreckskiste Leben im Schlamm und nun drehen die Reifen durch. Im Angesicht des sterbenden Sommers tue ich behelfsmäßig Dinge, um nicht in lähmende Lethargie zu verfallen und bedenke die Alternativen, an denen ich bisher vorbeirauschte, die an mir vorbeizogen und bekomme doch dasjenige selbst gewählte Schicksal nur mühsam zu packen...Komischer Tag, broken thoughts, nebulöse Müdigkeit und dumpfer Kopfschmerz ausgegossen über hunderte Seiten Mythostheorie.
16. August 2010
Die Effizienz des Raumes...
Meine erste Begegnung mit Tadeusz trägt Züge magischer Fügung: als Resultat der Flucht vor einem sommerlichen Wolkenbruch nimmt sie sich fast schicksalhaft aus. Seitdem fesselt mich seine Gegenstandsmalerei, fasziniert mich die Inszenierung von Körpern im Raum, legen die Spiele von Licht und Schatten mein Auge an die Kette, lassen mich die Kombination organischer Formen schaudern, irritieren mich bis in die Tiefe. Großformatig gaben sich damals die in der Pinakothek der Moderne ausgestellten Gemälde voller farblicher Intensität. Gebannt verbrachte ich sie betrachtend einen ganzen Nachmittag, vergaß den Regen, die Welt, die Zeit...
Abonnieren
Posts (Atom)
