In jenem ersten Jahr hatte ich nicht das Bedürfnis, jemandem von uns zu erzählen. Ich schrieb nichts auf. Ich war vorsichtig. Noch ist es nicht dran, das Erzählen, sagte ich mir. Das Erzählen war in meinen Augen etwas, das erst am Schluss kommt.
4. April 2023
Anfänge
11. März 2023
Unser Decamerone
Man muß im Zustand der HYSTERIE sein, um Texte schreiben zu können, die das wirklich sagen, was einem vorschwebt. Völlig überwertig besessen von Ideen, Worten, Konzepten, Details des Sprachlichen, den Feinstabwägungen von Ober- und Untertönen des Geschriebenen, nein, es klingt noch nicht genau so, wie es klingen sollte, irgendetwas fehlt noch, was ist falsch, wo wird zu dick aufgetragen, zu penetrant insistiert, zu lange abgeschweift, wo wird zu poetisch verkürzt gesprochen, wo zu commonsensehaft alltäglich.
Im Traum hörst Du nie wieder auf, mir vorzulesen.
Das Knistern der Zeitung, forever. Dust swirls in strange light.
10. März 2023
Entfachung, sag für Amore...
9. März 2023
Epistulae ex Ponto: Geistige Heimat
Was ich insgeheim betrauere, ist nicht die Entscheidung selbst. Den Weg in eine andere Richtung eingeschlagen zu sein damals. In eine weniger akademische, lebensweltlichere, pragmatische.
Es geht mir alles recht leicht von der Hand. Ich habe Zauberkräfte, wird gesagt. Man hängt an mir und braucht mich. Ich kann begeistern. Ich bin überzeugt: Niemand merkt etwas. Ich habe eine zweite Familie gefunden. Einen Beruf, eine neue Berufung.
Nur manchmal, im Schein der Schreibtischlampe am Abend, über die Abikorrekturen gebeugt, beim Aufschlagen der Essais, wenn der SWR Reiner Niehoffs Versuche über den Schatten ausstrahlt, Melanie Möller in der NZZ wortreich über die Metamorphosen und die Heroen der Aeneis fabuliert, mir eine vor Jahren verfasste Notiz zu Batailles Begriff des Verfemten in die Hände fällt oder zu Nietzsches Fatalismen, dann sticht es kurz. Dann wiegt der Verlust der alten Heimat kurz schwer, dann erheben sich Tristia in mir.
Noch lange nach der Zweiten Staatsprüfung, längst im Beruf angekommen, täglich im Klassenzimmer, mit einigen Funktionen betraut, ein stets voller Schreibtisch daheim und fest eingespannt in das schulische Hamsterrad, war mir die Vorstellung ganz und gar unheimlich, nicht gleichzeitig, parallel zur Vollzeitexistenz, an einer Berliner Hochschule immatrikuliert zu sein. Der akademischen Welt von nun an nicht mehr zuzugehören, von meiner alma mater entbunden worden zu sein...
hic ego, finitimis quamvis circumsoner armis,
tristia, quo possum, carmine fata levo.
quod, quamvis nemo est, cuius referatur ad aures,
sic tamen absumo decipioque diem.
10. September 2014
Eierlikör
9. September 2014
Oma
4. September 2014
Sentimentalitäten
11. August 2014
Unter der Oberfläche
8. November 2013
Präsenz
17. Oktober 2013
Anstelle eines Nachrufes
15. Oktober 2013
sunrise 12/24/81 - sunset 10/29/09
my journey's just begun,
life holds so many facets
this earth is only one.
Just think of me as resting
from the sorrows and the tears
in a place of warmth and comfort
where there are no days and years.
Think how I must be wishing
that you could know today
how nothing but your sadness
can really pass away.
And think of me as living
in the hearts of those I touched...
for nothing loved is ever lost
and F. was loved so much.
11. Oktober 2013
Seelenverwandtschaft
27. August 2013
Brief an die Mutter
Das Fach Ethik (Klasse 7-10) bzw. Philosophie (Klasse 11-12) werde ich wohl im Übrigen (weil es auch hier berlin- und bundesweit an ausgebildetem Personal mangelt) zusätzlich zu den Fächern Deutsch und Latein unterrichten können. Und was spricht, hat sich das ganze Lebensmodell erst einmal eingespielt, bei 76 Urlaubstagen eigentlich gegen das eine oder andere Blockseminar, was man zusätzlich an der Universität anbieten könnte? Ohne den beständigen Druck, den eigenen Lebensunterhalt dadurch bestreiten zu können/müssen. Aus einer derart abgesicherten, ja, privilegierten Position, finanziell von dem System Universität unabhängig zu sein, ließe sich dann ggf. nochmal neu über den Erwerb eines Doktortitels und etwaige Veröffentlichungen nachdenken. Die müssten dann aber unbedingt in die Tiefe gehen und Philosophie als jene Tätigkeit zu profilieren suchen, die sich keinem anderen Interesse als dem aufrührerischen, grenzüberschreitenden und experimentellen Denken selbst verpflichtet sieht.
Du siehst, die Dinge kommen nach einer langen und unerträglichen Phase der Lähmung auf wundersame Weise wieder in Bewegung. Resignation und Stagnation weichen Zuversicht und ungeheurem Tatendrang und dahinter erkenne ich mich selbst endlich wieder und habe allmählich eine Idee davon, wie ich mein Leben von nun an gestalten möchte. Der Grundstein jedenfalls ist längst gelegt. Und dies alles? – Steht es vielleicht in einem geheimen Bund mit der 30, der man schon so manch' magische Kraft nachgesagt hat? Who knows?
Mit Haut und Haar in die lateinische Satz- und Formenlehre vertieft und voller Vorfreude!
C.
4. Januar 2013
2012: What a year it has been...
Ich bin versucht zu sagen: es ist das Beste, dieses 2012, was mir je passieren konnte.